Freundeskreis Franz-Auweck-Abendschule

Zweiter Bildungsweg für Erwachsene

Kapschstraße 4 - 80686 München - Telefon 089 / 18 97 59 50 - Telefax: 089 / 189 759 57 - E-Mail: sekretariat@fas.musin.de

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Ich habe die Franz-Auweck-Abendschule von Februar 2008 bis Juli 2010 besucht und im Herbst 2010 meine Prüfung abgelegt. Da ich auch am Vorkurs teilgenommen habe, der von der Schule angeboten wird, habe ich im Ganzen fünf Semester an der Schule verbracht und möchte euch hier einen kleinen Eindruck über meine Erfahrungen geben.

Für mich war der Besuch des Vorkurses (der im Übrigen kostenlos ist) eine gute Möglichkeit herauszufinden, ob es überhaupt in Frage kommt, auf diese Art und Weise die Hochschulreife zu erlangen. Ich fragte mich also: schaffe ich es, mich am Abend nach der Arbeit noch vier Stunden (5 Schulstunden) auf den Unterricht zu konzentrieren? Kann ich das Lernen wieder lernen? Kann das alles mit Familie und Arbeitsplatz vereinbart werden, oder werde ich irgendwo kürzer treten müssen?

Das sind natürlich Dinge, die jeder für sich selbst herausfinden muss. Mir hat der Vorkurs die Möglichkeit gegeben, mir über diese Dinge klar zu werden und zu entscheiden, ob ich an dieser Schule weitermachen will. Somit ist der Vorkurs für Unentschlossene ein gutes Instrument, sich zu orientieren.

Nachdem ich bemerkt habe, dass das alles zwar bestimmt nicht einfach wird, aber trotzdem machbar ist, habe ich beschlossen weiterzumachen, worüber ich im Nachhinein sehr froh bin.

Die Auswahl des wissenschaftlichen Faches ist so eine Sache, es wird einem geraten, man solle das wählen, was noch am ehesten den eigenen Interessen entspricht. Leider konnte ich mich weder für Medizin (was noch am ehesten zu meinem beruflichen Werdegang passen würde) besonders erwärmen, noch hatte ich eine konkrete Vorstellung, was ich später studieren wollte, konnte also auch nicht nach diesem Kriterium entscheiden. Deshalb wurde das wissenschaftliche Fachgebiet per Ausschlussverfahren entschieden und am Ende blieb Ethik übrig und ich muss sagen, das war eine sehr gute Entscheidung. Dieses Verfahren ist allerdings nicht unbedingt weiterzuempfehlen, man sollte schon eher nach persönlichen Neigungen entscheiden.

Nachdem ich den Professor am Ende des zweiten Semesters zum ersten Mal getroffen hatte, wurde mir schnell klar, dass mich dieses Thema tatsächlich interessieren könnte und ich Lust hatte, mich einzuarbeiten. Wir vereinbarten für den schriftlichen Teil einen Bereich der angewandten Ethik und für die mündliche Prüfung allgemeine philosophische Theorien.

Wer ein wissenschaftliches Fach sucht, das man gut auswendig lernen kann, sollte sich lieber nicht auf Ethik versteifen. Ethik muss man verstehen und dazu gehört, dass man gewillt ist viel Material von alten Philosophen zu lesen, dies setzt auch der Professor voraus, dem es nicht darum geht, dass man überaus viele Philosophen zitieren kann, sondern darum, dass man verstanden hat, wie sie gedacht haben (was ziemlich oft sehr verwirrend sein kann). Für mich war Ethik eine gute Entscheidung, weil ich mich zunehmend für dieses Thema erwärmen konnte und vor allem auch ein guten Draht zum Professor hatte.

Bei der Auswahl des mündlichen bzw. schriftlichen Prüfungsfaches habe ich mich dazu entschieden, Mathematik mündlich und Englisch schriftlich zu machen. Diese Entscheidung habe ich schon am Anfang des dritten Semesters getroffen und konnte mich somit, vor allem in Englisch, gezielt vorbereiten. Ich habe regelmäßig Probeleistungsnachweise abgeben, die von der Englischlehrerin korrigiert wurden, um meinen Wissensstand zu überprüfen. In Englisch habe ich wohl die meiste Lernzeit investiert, da mir schnell klar wurde, dass in diesem Fach für mich am meisten zu tun ist. Weil aber die Leistungsnachweise genauso gestaltet waren, wie die folgende Abiturprüfung, war das also eine super Vorbereitung für mich und das böse Erwachen im Abitur blieb aus.

Mir erschien es grundsätzlich einfacher, in einer mündlichen Prüfung in meiner eigenen Sprache zu kommunizieren und deshalb habe ich mich für Mathematik mündlich entschieden. Zu Mathematik kann ich sagen, dass es auch hier die stetige Übung macht, aber auch der Wille, die Aufgaben solange zu wiederholen, bis sie richtig sitzen, was aber natürlich das Verstehen dieser Aufgaben voraussetzt.

Die Fächer Sozialkunde und Geschichte haben mich nun als Erwachsenen viel mehr interessiert als zu früheren Schulzeiten, weil man nun schon auch eine gewisse Vorbildung hat, somit habe ich mir auch viel leichter getan, sie zu lernen. Man wird im Allgemeinen schnell feststellen, dass jedes Fach, für das man sein Interesse wecken kann, sehr viel einfacher von der Hand geht.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es wohl keine bessere Möglichkeit gibt, in so kurzer Zeit die allgemeine Hochschulreife zu erlagen. Mit regelmäßigen Schulbesuchen, einem unbedingten Willen, viel Durchhaltevermögen und Konsequenz ist es auch wirklich zu schaffen. Und auch die Lehrer der Franz-Auweck-Abendschule leisten einen großen Beitrag zu dem Erfolg der Schüler und sparen nicht an Unterstützung und Motivation.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 18:45 Uhr